Variationen in Fernweh

 

Sind nicht
alle Meere
tausendfach umsegelt

der Orbit
aufgeteilt in Quadranten

beinahe alle Sterne
benannt

 

Ist nicht
alles Land
vermessen

alle Kontinente
entdeckt

der Mond
kartografiert

alle Pfade
schon begangen

 

und trotzdem
sehnst du dich nach
dem ewig unbenannten Land?

brich auf
in die Fremde
in dir

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Schubladenfernweh I

So viele Falten
schlägt es
mir vor die Augen

dieses
ewig goldene Fernweh –
mein helles bauschendes Kleid
im Sommerwind.

Heute falte ich es
zusammen,
ein Schubladenfernweh,
endlich.

Jetzt
breche ich auf
in die Fremde

in mir.

Stundenherbst

Die reifen Tage
pflücken wir uns
von den Bäumen der Zeit –

für später.

Wenn von den Zweigen
die letzten welkenden Stunden
herabgeweht
aus den Pfützen schimmern,

Wenn die Bäume nurmehr
Krähen tragen
Und ihre Schreie,

Wenn die Sonne längst
gegangen ist
und das Stundenlaub
zusammengekehrt,

betrachten wir sie:
Stumm, unsere schrumpelnden Tage
der Erinnerung –
rotwangig glänzt noch
die Melodie ihres Traumes

Und unvermittelt fragst du
nach dem Frühling.

Stumm zeige ich dir
Die kleinen Kerne unserer Tage –

mitten im Stundenherbst
erkennst du

ihr ewiges Frühlingsversprechen.

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dieser Text läuft mir noch ab der Hälfte nicht ganz rund – seit 2 Tagen bastele ich daran herum und kann mich mit den Versionen nicht zufrieden geben… wer eine konstruktive Anregung hat, bitte heraus damit…😊

Warum es hier so still war…

img_0009Im Sommer habe ich ein halbes Theaterstück geschrieben und zwischen Texte von Ronald D. Laing und Briefe von Kafka montiert… eine Textmontage also.

Ab morgen kann man es sehen und hören.

 

Selbstverständlich dürft ihr kommen, wenn es euch interessiert – falls ihr nicht zu weit weg wohnt. Sollte jemand kommen wollen, sagt mir gern bescheid wann, denn ich habe nach der Premiere sozusagen „abgespielt“ und bin nicht zu allen Vorstellungen da – richte es aber gern ein, wenn jemand gucken kommt.

Um was es geht, könnt ihr den Fotos entnehmen…

Das Team-Theater Holzkirchen hat mich in seinem Jubiläumsjahr zum 25 jährigen Bestehen, als Regisseurin engagiert. Es erwartet euch eine Laienspieltruppe mit großem Engagement und vieeeel Feuer im Herzen… ! …Und ein einzelner Profi spielt auch mit.

Liebste Grüße und einen Wundervollen Tag!

Wir werden heute noch mal auf der Generalprobe alle Fehler machen, die dann morgen nicht mehr passieren dürfen…

Sommer II (2016)

sieh, Sommer
jetzt atmest du aus

durchbrach noch eben
deinen Himmel der Mohn,
die Kornblumen

umwuchs deines Zenites Herzschlag
ihr Rot,
ihr Blau

durchkämmte nicht
der aufkommende Südwind noch
das Weizengrün seidener Felder

dem kurzatmigen Grün des Weizen
nahm deine Sonne den Atem
ganz

Sag mir, Südwind, wohin?

wohin entschläft dir das Rot des Mohns

In deiner Stille weht der Tod
auch das Blau aus und
frisst sich satt am Grün

lau ist dein Trost und trocken
und leis,
Südwind
im Knistern sterbender Halme

das Reifen
kommt nicht aus
ohne des Wachstums Tod